Die Massai für 50 Euro besuchen

junge massai frau

Afrika ist ein Land mit vielen Volksstämmen und Eingeborenen.

Die Massai, ein ganz besonderes und farbenfrohes Hirtenvolk, bereichern heute noch Teile Ostafrikas. Unter der Bevölkerung von Kenia zählen sie zu den Exoten des Landes und stolzen Nachfolgern eines gefürchteten Kriegsvolkes. Es ist die wohl bekannteste Volksgruppe Ostafrikas.

Nach 1550 wanderte der Volksstamm entlang des Nils aus dem Sudan und Ägypten in der afrikanischen Region ein. Sie verfügten über Kenntnisse aus Ackerbau und Viehzucht. Der Einwanderungshöhepunkt lässt sich um das 18. Jahrhundert feststellen. Hier ist auch die Zeit verankert, als man dem Stamm „wilde Barbaren“ zuordnete.

Territorien der Stämme wurden von Arabern und Bergvölkern gemieden. Auch europäische Handelsreisende und Missionare machten einen großen Bogen um die Regionen der Massai. Wenn es sich dennoch nicht vermeiden ließ, wurde ein Wegezoll gegenüber dem Stamm fällig, in Form von Handelswaren.

Es ist ein Nomadenvolk, immer auf der Suche nach Weiden und Wasserstellen. Dafür legen sie enorme Wege zurück. Sie haben eine enge Verbundenheit zu Tieren. Zu Rindern, Ziegen und Schafen besteht nicht nur ein starker religiöser Bezug. Die Tiere bilden die existenzielle Grundlage. Rinder bedeuten im Stamm Reichtum und Ansehen und so ist ein Diebstahl an den Tieren auch kein Verbrechen.

Ein Rind wird als Brautpreis festgelegt oder an der Anzahl von Ehefrauen gemessen.

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Stamm stark geschwächt, durch Epidemien, Dürren und Rinderpest. Es tobte ein Bürgerkrieg zwischen den Bergvölkern und den Massai. In den 30 Jahren, mit Beginn der Kolonialherrschaft, engte sich der Lebensraum des Stammes immer mehr ein. Es kam zu Vertreibungen. In kurzer Zeit verloren sie Land, Vieh und Wohlstand.
Es entstanden Nationalparks und Jagdreviere.

Für den Stamm war und ist es schwer, von seinen Traditionen zu lassen und einen neuen Weg einzuschlagen. Bis heute hält die Verdrängung an. Die Industrie benötigt Flächen, um der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden. Der Besitz der Rinder pro Kopf ist von 26 Rindern auf 5 geschrumpft.

Dennoch lässt sich der Stamm nicht unterkriegen.

Sie versuchen sich anzupassen, ihre Traditionen dabei weitgehend aufrecht erhaltend. Kinder besuchen Schulen, um sich in der neuen Welt zu behaupten. Der Tourismus wurde angenommen und mit Schmuck und Handwerk bereichert. Die Krieger von damals sind Hoteliers, aber auch Wachdienstleistende. Die Frauen leisten nach wie vor den größten Teil der Arbeiten, wie Wasserversorgung, Kindererziehung und Hüttenbau.

Bereits für 50 Euro ist es möglich, die Massaidörfer mit einem Guide zu besuchen. In einer traumhaften Landschaft kann man die Dörfer des Stammes mit ihren typischen Lehmhütten besichtigen und teilhaben an den Sitten und Gebräuchen eines ganz besonderen Volksstammes.

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